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Ich soll heute schreiben über Social Media Trends 2012.
Wollen Sie hier den zigsten Artikel über die verbesserten Hangouts von Google+, die neue Facebook-Chronik (auch: Facebook Timeline) oder die kommenden Unternehmensseiten bei Twitter lesen? Oder darüber, wie viel mobiler das Internet in 2012 wird? Oder über Buffer, Hibari oder irgendein Social Media Tool?
Ich bin kein Werkzeugtester. Das können andere besser als ich. Was ganz normale Leute im wahren Leben mit Hangouts und der Facebook-Chronik machen werden, finde ich sowieso spannender. Außerdem warte ich noch immer auf einen großen Knall bei Youtube. Vielleicht in 2012?
Bleibt also nur das Trend-Thema Social Media ROI.
Der berühmte ROI. Mit vollem Namen heißt ROI Return On Investment. ROI ist von Beruf Wirtschaftsprüfer und beantwortet die Frage ‘Wie hat sich diese und jene Investition gelohnt?’
Alle rufen nach ROI, wenn sie Geld bezahlt haben für das schicke Profil oder die Herbst-Kampagne auf Facebook. “ROI – wo bist Du? ROI, wo versteckst Du Dich? Ach ROI, komm’ endlich raus und beweise mir, dass es sich lohnt, das ganze Geld auszugeben für Social Media Gedöns.” Darin liegt übrigens das erste Missverständnis: Investitionen stehen als Vermögen in der Bilanz. Social-Media-Ausgaben sind Kosten. Und die stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Egal, …
Hat eigentlich irgendjemand diesen ROI schon mal gesehen?
Wo treibt ROI sich rum, wenn man ihn braucht? Gibt es ihn vielleicht gar nicht? Mich erinnert ROI an “3 Engel für Charly”. Die Engel reißen sich ihre süßen Hintern auf für Charly. Und? Wer und wo ist Charly? Unterwegs mit ROI?
Glücklicherweise muss ich mich nun doch nicht mit ROI herum plagen. Marcel Gabor widmet dem Social Media ROI auf dem Marketingberater 2.0 eine ganze Serie.
“Über welche Social Media Trends soll ich also schreiben?”
…fragte ich meine bessere Hälfte am 4. Advent. Aus einem gemütlichen Sonntagsfrühstück wurde nach zwei Minuten ein Arbeitsessen (Das nur als Hinweis fürs Finanzamt, das über einen Link zu diesem Artikel die Bewirtungskosten anerkennen soll…).
Meine Frau führt eines der besten chinesischen Restaurants in Deutschland (… meint Lang Lang …) und muss sich deshalb auch langsam mit Social Media Marketing befassen. Es dauerte nur wenige Minuten und sie sagte: “Ich fühle irgendwie, dass es ohne Social Media nicht mehr geht. Aber ich habe keine Ahnung, was es uns bringt. Was trägt Facebook zu unserem Umsatz bei?”
Na, toll. Das ist er wieder. ROI.
… sind Sie noch bei mir…? Fein. Denn jetzt wird’s spannend
Was meine Frau sagte, das höre und lese ich immer wieder von Unternehmern.
1. Ich fühle, dass wir Social Media brauchen.
2. Ich habe keine Ahnung, was genau es uns bringt.
… und jetzt kommt’s …
Wussten Sie eigentlich, dass ROI einen kleinen Bruder hat? ROIs Bruder heißt RON. Sein voller Name lautet Return On eNgagement. Der kleine unscheinbare RON.
RON ist der schüchterne von beiden. Deswegen haben Sie von RON vielleicht noch nie etwas gehört.
Und jetzt sind wir beim Social Media Trend 2012:
Darf ich vorstellen? RON !
Während ROI mehr mit dem Kopf entscheidet, immer einen Grund braucht und stets alles durch seinen Taschenrechner jagt, ist RON ein Gefühlsmensch. Er entscheidet aus dem Bauch heraus. Wie die meisten von uns. RON überlegt nicht ewig. Er will nicht für alles einen plausiblen Grund oder einen Beweis. Gefällt ihm die Uhr, kauft er sie.
RON fühlt, manche Dinge müssen sein. Warum? Er weiß es einfach – keine Ahnung, warum. Muss sich alles immer auf den Cent genau lohnen?
Dass Sie mich nicht falsch verstehen, auch RON achtet auf’s Geld. Er wirft es nicht zum Fenster raus. Aber er ist auch nicht geizig.
Bei Social Media geht es nicht um Investitionen.
Es geht auch nicht um Vertriebs-Kampagnen. Social Media ist weder Vertrieb noch Kampagne. Es geht um Engagement. Um Ihre Beziehungspflege. Um Ihren guten Eindruck beim Kunden. Den machen Sie auf Facebook nicht nur für vier Wochen zur Herbst-Offensive. Oder mit Ihrem Online-Adventskalender.
Beziehungspflege ist eine niemals endende Geschichte. Solange es Ihren Laden gibt, müssen Sie sich engagieren. Es sei den, wir bekommen nochmals das Jahr 1980 und Ihr Laden heißt Bundespost. Dann haben Sie Glück. Ihnen kann alles egal sein, weil jeder zu Ihnen kommen muss.
Aber solange Sie im Jahr 2012 den einen oder anderen Mitbewerber haben, brauchen Sie ein Telefon, einen Internet-Zugang für Ihren Computer, höchst wahrscheinlich einen Steuerberater und … ich kann’s nicht ändern … Social Media – was immer sich auch in den nächsten Jahren hinter diesem schon fast nervigen Begriff verbergen wird. Und Social Media kostet nunmal Geld. Schließlich arbeiten Sie ja auch nicht ohne Bezahlung, oder?
Was springt dabei für mich raus?
Wann haben Sie zuletzt den ROI Ihres Handys und Ihres Telefontarifes ausgerechnet? Oder den Ihres Computers und der DSL-Leitung? Den Ihrer Autoversicherung? Was trägt Ihr Steuerberater zum Umsatz bei? Was Ihre Putzfrau?
Was ist der ROI Ihrer Putzfrau?
Wir reden hier nicht von Investitionen. Und wo keine Investition, da auch kein Return On Investment. Hier geht es um Return On eNgagement. Um den kleinen RON.
Ihre vermeintlichen Investitionen in soziale Medien sind eigentlich Kosten. Ausgaben, um die Sie als Unternehmer nicht herum kommen. Ausgaben, die jeder Geschäftsbetrieb mit sich bringt. Wie die Ausgaben für Ihr Telefon und den Computer. Ob Sie wollen oder nicht.
Ohne Telefon kann Sie niemand erreichen. Schaffen Sie es ab, und Sie sparen Geld. Aha. Ohne Steuerberater müssen Sie sich selbst mit dem Finanzamt rumplagen, anstatt sich um Ihr Produkt oder Ihre Kunden zu kümmern. Ohne Autoversicherung kein Auto. Und ohne Auto keine Fahrt zum Kunden. Ohne Putzfrau ein dreckiges Büro und… ja, ich hör’ ja schon auf.
Ohne Social Media, …
… und das fühlen wir alle, kommen wir bald genauso weit, wie ohne Auto, E-Mail und Telefon. Trotzdem hat niemand in den letzten Jahren die Rentabilität seines Handys oder seines Internetzugangs bis auf zwei Kommastellen genau ausgerechnet. Wie auch? Wie errechnen Sie die Rendite eines Telefonats?
Warum fordern wir einen ROI bei Social Media?
Die Antwort finden wir im Buch “Bauchentscheidungen” von Gerd Gigerenzer. Wir rufen nach ROI, weil wir keine Ahnung haben von Social Media. Je höher die Étage, umso weiter weg vom Kunden, desto lauter der Ruf. “Hey, ROI, wann bekommen wir endlich die Zahlen?”
ROI soll uns beweisen, dass wir alles richtig machen. Läuft’s gut, haben wir “es ja schon immer gewusst”. Geht’s in die Hose, schieben wir es auf ROI. “ROI hat doch gesagt, …”
Gigerenzer untersuchte, wie Menschen Entscheidungen finden. Anfänger und Leute, die über etwas entscheiden müssen, von dem sie keinen blassen Schimmer haben, analysieren oft alles haarklein. Bevor sie eine Entscheidung treffen, sammeln Sie möglichst viele Tatsachen. Wenn vermeintlich alle Informationen und Fakten auf dem Tisch liegen, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen und diese vor sich, dem Chef und ihrer Frau erklären und belegen. So glauben sie. Das ähnelt verdächtig dem Ruf nach ROI. Und hat uns noch nie vor den Auswirkungen schlechter Entscheidungen bewahrt. Nicht nur der Wirtschafts-Teil Ihrer Zeitung ist voll davon.
Leute, die sich damit abfanden, dass sie keine Ahnung hatten, entschieden ohne lange Analysen und Beweisführungen Pi mal Daumen aus dem Bauch heraus. Und lagen damit meistens genau so richtig wie Experten, die sich mit einer Sache auskannten. Das ähnelt RON und der ja nun wirklich dämlichen Entscheidung über Googles mickrige Startseite im Jahr 1998. Und der bescheuerte Name erst. Das konnte ja auch nichts werden… Ups.
Ihr Social Media Trend für 2012 …
… sollte also sein, den guten alten ROI für ein Jahr zu vergessen und sich mit RON und seinem Kumpel, dem gesunden Menschenverstand, anzufreunden.
Sie haben keine Ahnung von Social Media. Allerdings haben Sie das Gefühl, sich engagieren zu müssen. Dann nehmen Sie ein paar Euro in die Hand und engagieren Sie sich. Denn im Internet erreichen Sie Leute, die Sie vorher nicht erreichen konnten. Mit Facebook können Sie prima eine persönliche Beziehung pflegen zu Ihren bestehenden Kunden. Und das so einfach und erschwinglich wie nie zuvor.
Bringen Sie auch Geduld mit. Ihre Bekannten, Freunde und Kollegen haben Sie auch nicht alle auf einmal und innerhalb von zwei Monaten kennen gelernt. Geben Sie RON Zeit, zu wachsen. Und nehmen Sie sich die Zeit, zu lernen und zu verstehen. Es lohnt sich.
“Ja, aber … wo fange ich an mit Social Media?”
Danke, auf die Frage habe ich gewartet. Fragen Sie Kollegen, Mitarbeiter oder Ihre Kinder. Sie finden möglicherweise jemanden unter ihnen, der mehr weiß als Sie.
Vielleicht hat auch ein Geschäftspartner, Kunde oder Zulieferer Lust, mit Ihnen gemeinsam eine Online-Strategie zu entwickeln.
Erste Schritte in Social Media
Nehmen Sie Ihr Adressbuch und schreiben Sie zehn Namen und Telefonnummern auf ein Blatt Papier. Machen Sie es wie RON – überlegen Sie nicht lange. Sie finden automatisch die richtigen Leute. Sie haben das im Gefühl (… ich lass’ das Wort mit “U” heute mal weg …).
Und dann rufen Sie diese Leute an. Es ist sicher jemand dabei, der Sie gerne unterstützt.
Ansonsten suchen Sie eine Agentur für Online-Kommunikation wie zB synergie-effekt.net, die Ihnen bei den ersten Schritten oder dem Ausbau Ihrer Beziehungspflege im Internet hilft. Vermeiden Sie teure Fehler, die andere bereits gemacht haben. Darüber würde sich sogar ROI, Ihr Wirtschaftsprüfer, freuen – denn Sie sparen Geld und kommen schneller in Fahrt.
Also, wen rufen Sie zuerst an, von dem Sie glauben, dass er Sie bei Ihrer Online-Strategie unterstützen kann?
Wenn Ihnen der Artikel gefällt, twittern Sie ihn weiter an Freunde und Kollegen.
Ihr Hans Steup aus Berlin
Auch wir brauchen mal ein Sendepause und sind deshalb im Januar wieder frisch und munter für Sie da. Das Autorenteam vom marketingberater 2.0 wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein sicheren Rutsch ins Neue Jahr!
Bildquelle: © R.B. / pixelio.de
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Hat Sie das weihnachtliche Internet-Marketing-Fieber auch schon gepackt? Nein? Na, dann wird es höchste Zeit. Heute ist der 1. Dezember. Zeigen Sie Ihren Kunden, wo der Hase … äh, der Weihnachtsmann lang läuft.
Der Klassiker zu Weihnachten ist ein Adventskalender. Den ersten Internet-Adventskalender sah ich 1998. Er hat sich bis heute gehalten und wurde hier und dort immer ausgefallener.
Früher (oh, Mann, wie das online klingt…) , … früher “hing” der Adventskalender auf der eigenen Internet-Seite. Vom 1. bis 24. Dezember öffnete man Türchen, erfüllte Aufgaben und gewann Preise.
Adventskalender auf Facebook
Im Jahr 2011 gehört der Online-Adventskalender auf die Facebook-Seite.
Allfacebook.de zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Adventskalender auf Facebook einbinden und ob Sie Richtlinien bei Facebook-Kampagnen beachten müssen.
Eigenes Weihnachts-Video auf Youtube
Sie mögen lieber Youtube als Facebook?
Dann erzählen Sie die Geschichte vom Christkind doch mal aus Sicht Ihres Unternehmens. Drehen Sie einen kurzen Film mit Ihrer Videokamera oder Ihrem Kamerahandy. Das muss nicht perfekt sein. Die Geschichte zählt. Wenn Sie ein Geschäft in Bethlehem gehabt hätten, was hätten Sie Maria und Josef zur Geburt von Jesus geschenkt?
ExCentric aus Lissabon nennen ihren lustigen Social-Media-Weihnachtsfilm “Die digitale Geschichte von Christi Geburt (Weihnachten 2.0)“. Unbedingt ansehen!
Guerilla-Marketing zu Weihnachten
Der ganze Weihnachtsrummel nervt Sie? Ein Adventskalender ist was für Kinder?
Scarlet One, ein belgischer Telekommunikations-Anbieter, erregte 2010 Aufsehen mit einer wilden Weihnachtskampagne. Scarlet One rief seine Kunden auf: “Benutzt unsere Produkte NICHT!”
Wer zu Weihnachten auf Handys, Internet und Fernsehen verzichtete, konnte Preise gewinnen. Die Aktion kam an und verbreitete sich, wen wundert’s, trotzdem online wie ein Lauffeuer.
Pflegen Sie persönliche Beziehungen
Es muss nicht immer ums Verkaufen gehen. Zeigen Sie Ihren Kunden einfach, dass Sie an sie denken. Pflegen Sie persönliche Beziehungen. Darum geht es doch schließlich zu Weihnachten, oder?
Also, schnappen Sie sich Ihre Mitarbeiter, Freunde oder Familie und fragen Sie sich: “Wie können wir unsere Kunden zu Weihnachten überraschen?” Das kann ein Facebook-Adventskalender sein oder ein Nikolaus-Video auf Youtube. Oder etwas völlig anderes.
Schreiben Sie unten einen Kommentar über Ihre Idee … und vergessen Sie den Link nicht :)
Ihr Hans Steup aus Berlin
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