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Social Media Management
Im zweiten Teil unserer Serie ”NGOs im Social Web” richten wir unseren Blick auf die Diakonie Michaelshoven, die mittels Social Media Kommunikation vor allem Themen anders und emotionaler transportieren und dadurch in direkten Austausch mit ihrer Zielgruppe treten möchte. Wir unterhielten uns mit Stefanie Kornhoff, die sich in ihrer Organisation für die Social Media Aktivitäten verantwortlich zeichnet.
Stellen Sie sich und Ihre Organisation kurz vor.
Mein Name ist Stefanie Kornhoff und ich arbeite seit Anfang 2009 bei der Diakonie Michaelshoven im Kölner Süden. In unserem Unternehmen bin ich insbesondere für die Pflege des Internetauftritts, des Intranets und der Social Media-Kanäle zuständig. Im Herbst vergangenen Jahres habe ich zudem bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg eine Weiterbildung zur Social Media Managerin absolviert.
Die Diakonie Michaelshoven wurde 1950 gegründet, zunächst als Heim für Kriegswaisen. Heute ist sie der größte diakonische Träger im Kölner Raum. Unsere rund 2.000 Mitarbeiter und über 300 Ehrenamtliche begleiten und fördern rund 11.000 Menschen in mehr als 100 Einrichtungen pro Jahr. Wir betreuen Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung, Senioren, Männer und Frauen in schwierigen Lebenslagen und Menschen, die eine berufliche Orientierung suchen.
Was hat die Diakonie Michaelshoven dazu bewogen, am Social Web teilzunehmen – welche Ziele verfolgen Sie?
Social Media-Plattformen bieten gerade NGOs viele Chancen: Mit begrenzten finanziellen Mitteln können sie neue Zielgruppen erreichen und auf ihre Projekte aufmerksam machen, Themen anders und emotionaler transportieren, Transparenz zeigen und vor allem in direkten Dialog mit den Menschen treten, die Interesse für das eigenen Anliegen zeigen. Aus diesen Gründen hat sich die Diakonie Michaelshoven Anfang 2011 entschieden, bei den Kommunikationsmaßnahmen auch verstärkt die sozialen Medien zu nutzen. Wir konzentrieren uns dabei auf die größten Kanäle: Facebook, Twitter und Youtube. Zudem sind wir auch auf Xing und Google+ aktiv. Mit unserem Engagement im Social Web möchten wir verschiedene Ziele erreichen: Menschen einen Einblick in unsere Arbeit geben, uns mit unseren „Fans“ und der interessierten Öffentlichkeit austauschen, Mitarbeiter und Ehrenamtler gewinnen und uns mit anderen Organisationen und Personen aus dem sozialen Bereich vernetzen.
Welcher Themen-Mix erwartet den Interessierten auf Ihren Social Media-Kanälen?
Im Rahmen unserer Strategie achten wir darauf, dass wir die Themen und die Tonalität auf die jeweilige Zielgruppe zuschneiden, die wir über unsere Kanäle erreichen wollen. Bei Twitter beispielsweise stehen Neuigkeiten aus dem Unternehmen und aktuelle Themen aus der Sozialbranche im Vordergrund. Bei Facebook verwenden wir eine persönlichere Sprache, erzählen Geschichten rund um die Diakonie Michaelshoven, von Mitarbeitern und den Menschen, die wir unterstützen. Auf Youtube bieten wir informative und unterhaltsame Videos rund um unser Unternehmen an, darunter etwa Interviews mit Auszubildenden und Mitarbeitern. Auf Xing wenden wir uns mit Jobangeboten und Neuigkeiten aus dem Unternehmen an potenzielle Bewerber.
Inwiefern sind Ihre Social Media-Aktivitäten in Ihren Kommunikationsmix mit eingebettet?
Social Media ist ein weiterer Baustein in unserem Kommunikations- und Marketingmix. Dabei stimmen wir unser Engagement im Social Web mit unseren anderen Kommunikationsmaßnahmen wie etwa der Pressearbeit, Printmaterialien, dem Internetauftritt etc. ab. Steht beispielsweise eine große Veranstaltung, wie zum Beispiel das jährliche Open-Air-Konzert in unserem Park an, so informieren wir nicht nur die Presse oder die interessierte Öffentlichkeit über Plakate, Einladungen etc., sondern nutzen die Social Media-Plattformen, um ein größeres Publikum zu erreichen und dieses dann auch auf eine andere, persönlichere Art anzusprechen. Die Besucher erhalten dadurch zudem die Möglichkeit, direkt mit uns in Kontakt zu treten, Fragen zu stellen und die Veranstaltung zu kommentieren. Nach der Veranstaltung können sie sich dann Fotos und Videos vom Konzert anschauen und ihre eigenen Eindrücke mitteilen.
Wie kam Ihr Social Media-Engagement bisher an und welche Erfolge konnten Sie konkret verzeichnen?
Erfreulicherweise haben wir sehr viele positive Rückmeldungen von den Besuchern unserer Social Media-Auftritte erhalten. Die meisten zeigten sich überrascht, dass ein diakonisches Unternehmen sich auf eine solch moderne Weise präsentiert. Auch Bewerber sind bereits über unsere Aktivitäten im Social Web auf uns gestoßen.
Gibt es bei NGOs Unterschiede zu anderen Branchen, die Social Media betreiben?
Bei Non-Profit-Unternehmen stehen im Vergleich zu anderen Branchen andere Themen im Vordergrund. Statt etwa der Steigerung von Verkaufszahlen rücken bei uns die Menschen und ihre Geschichten und die Frage, wie wir Hilfesuchende unterstützen können, in den Fokus.
Welche Tipps geben Sie anderen Organisationen, um im Social Web eine treue Community aufzubauen?
Meiner Meinung nach ist es besonders wichtig, aktuell zu sein und authentisch zu bleiben. Die User merken schnell, ob sich der Autor des Posts im Vorfeld Gedanken gemacht hat, wen er wie mit seinem Anliegen erreichen möchte, oder ob nur rasch etwas formuliert wurde. Nur wenn man die Fans ernst nimmt, erreicht man auch Glaubwürdigkeit. Daher sollte auch stets zeitnah auf Fragen reagiert werden. Um interessante Inhalte für die Fans und interessierte Besucher zu erstellen, sollte man das Thema aus ihrer Sicht betrachten, statt eine unternehmenszentrierte Perspektive einzunehmen. Generell denke ich, dass man nach der Wahl der richtigen Plattform fast jede Zielgruppe erreichen kann, wenn man relevante und interessante Inhalte anbietet. Jedoch sollte man sich vor der tatsächlichen Umsetzung ein paar entscheidende Fragen stellen: Wen wollen wir erreichen? Was sind die geeigneten Kanäle? Was wollen wir erreichen und welche Inhalte wollen wir vermitteln? Und welche Ressourcen stehen uns zur Verfügung?
Wie werden die digitalen Medien die Kommunikation in den nächsten Jahren verändern – speziell im Hinblick auf Ihre Mitgliederkommunikation?
Bereits jetzt haben die sozialen Medien die Kommunikationswelt nachhaltig verändert.
Durch die Möglichkeit, selber Inhalte zu erstellen, online zu stellen und somit das Web eigenständig zu gestalten, sind unsere Anhänger und Interessenten längst keine passiven Empfänger mehr. Dies gilt es in Zukunft noch stärker zu beachten. Die Kommunikation mit unseren Zielgruppen wird daher voraussichtlich direkter und persönlicher werden. Um unsere Fans auch längerfristig an uns zu binden und auch neue Unterstützer zu gewinnen, müssen wir verstärkt den Dialog mit ihnen suchen, sie bei unseren Social Media-Aktivitäten mit einbinden. Für die Zukunft wird daher das Thema Beziehungsmanagement bei der Kommunikation eine entscheidende Rolle spielen.
Wir bedanken uns für das Interview bei Stefanie Kornhoff und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!
Bildquelle: Diakonie Michaelshoven
Marketingberater 2.0 ist der Wissensblog der Agentur synergie-effekt.net. Mehr von uns gibt´s auch in unserem synergie-letter mit den Social Media Highlights des Monats.
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Mit dem heutigen Interview steigen wir in unsere neue Serie “NGOs im Social Web” ein. Dabei sprechen wir regelmäßig mit Social Media Verantwortlichen aus unterschiedlichen Non-Profit-Organisationen über ihren Umgang und Herausforderung mit den sozialen Netzwerken. Den Anfang macht betterplace.org – Deutschlands größte Spendenplattform. Wir sprachen mit Anica Samleit. Sie ist zuständig für das Community & Campaigning.
Stellen Sie sich und Ihre Organisation kurz vor
Mein Name ist Anica Samleit, ich bin seit über zwei Jahren verantwortlich für den Bereich Community & Campaigning bei betterplace.org. Zu meinen Aufgaben gehört auch die Betreuung der verschiedenen Social Media Profile.
betterplace.org ist eine Online-Spendenplattform, bei der jeder das passende Projekt findet und auch jeder sein eigenes Projekt vorstellen kann. Spender können das Projekt mitverfolgen und direkten Kontakt zu der Organisation aufnehmen. Wir leiten 100% der Spenden weiter.
Was hat Ihre Organisation dazu bewogen am Social Web teilzunehmen – welche Ziele verfolgen Sie?
Als Online-Spendenplattform bewegen wir uns eigentlich seit Gründung im Social Web. Dort ist auch unsere Zielgruppe unterwegs. Information und Kommunikation stehen bei unseren Social Media Aktivitäten im Vordergrund, konkrete Spendenaufrufe sind nachrangig.
Welcher Themen-Mix erwartet den Interessierten auf Ihren Social Media Kanälen?
betterplace.org hat drei verschiedene Interessensgruppen: Spender, Interessierte und Projektverantwortliche. Spendern stellen wir spannende Projekte vor und zeigen Möglichkeiten auf, wie sie sich durch betterplace.org engagieren können. Projektverantwortliche erhalten von uns über das Web Anregungen und Tipps zur Gestaltung ihrer Präsenz auf betterplace.org. Außerdem bekommen wir von ihnen auch wertvolles Feedback und hilfreichen Input. Für die Interessierten berichten wir auch über betterplace-Insights: Ein Bild von unserem Teamfrühstück, der Umzug ins neue Büro, ein Filmteam im Haus – so können unsere Fans und Follower unsere Organisation besser kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Ein wichtiger Punkt für eine NGO. Kurz gesagt, unsere Themen sind: Projekte, Plattform, Team.
Inwiefern sind Ihre Social Media Aktivitäten in Ihren Kommunikationsmix mit eingebettet?
Der Großteil unserer Kommunikation findet über das Internet statt. Dort verlinken wir auch auf Kommunikation in klassischen Medien wie einen Zeitungsartikel oder einen Filmbeitrag.
Wie kam Ihr SoMe-Engagement bisher an und welche Erfolge konnten Sie konkret verzeichnen?
Unsere Facebook-Seite steuert auf 11.000 Fans zu. Damit bin ich – in Anbetracht der Branche und der Tatsache, dass betterplace.org zu den Start-Ups in der NGO-Szene gehört, ganz zufrieden. Was mir besonders gefällt ist die positive Stimmung auf unseren Kanälen. Der Ton in unserer Community ist stets freundlich, obwohl wir auf betterplace.org sehr viele verschiedene Interessen vereinen. Unser erfolgreichster Post in letzter Zeit ist ein schönes Beispiel für die Verknüpfung von online und offline: Zum Launch unseres neuen Berlin-Portals gab es zunächst ein Plakat ohne Absender mit der offenen Frage „Wie können wir Berlin verändern?“ – auch dort hat jemand an die „Wall“ geschrieben. Das Foto dazu wurde von anderen Facebook-Seiten geteilt und bekam auch bei uns großen Zuspruch (FOTO).
Gibt es bei NGOs Unterschiede zu anderen Branchen die Social Media betreiben?
Ich denke schon. Für NGOs ist es schwerer, die Fanbase wachsen zu lassen. Das Budget ist meist zu knapp um Werbung zu schalten, eigene Produkte verlosen können wir auch nicht, und die meiste Zeit wollen wir Geld – ohne, dass der Kunde dafür einen kokreten Gegenwert, also ein Produkt, erhält. Es ist eben wie im echten Leben: Wie oft kauft man ein – wie oft spendet man?
Welche Tipps geben Sie anderen Organisationen, um im Social Web eine treue Community aufzubauen?
Wer bei 0 anfängt, sollte als erstes Freunde und Familie ins Boot holen und diese zu Botschaftern machen. Dann regelmäßig posten – aber nicht zu viel. Interessante Inhalte liefern und ein möglichst breites Spektrum abdecken. Jede NGO hat einen Charakter, der sollte auch in der Online-Kommunikation durchscheinen. Immer die Zielgruppe im Blick haben: Wer sind meine Fans? Was wollen meine Fans wissen? Dazu ruhig auch mal direkt bei den Fans nachfragen. Spontanität ist ebenfalls wichtig: Die Posts für die ganze Woche am Montag durchplanen funktioniert nicht. Und last but not least: Spaß an der Sache haben. Social Media ist der direkteste Weg zu den Leuten, die deine NGO gut finden.
Wie werden die digitalen Medien die Kommunikation in den nächsten Jahren verändern – speziell im Hinblick auf Ihre Mitgliederkommunikation?
Dazu haben wir eine ganze Forschungseinheit: Das betterplace lab. Die Kollegen dort beschäftigen sich mit den Schnittstellen digital-sozial – alle, die diese Frage interessiert sollten da unbedingt mitlesen.
Was die Mitgliederkommunikation bei betterplace.org angeht bleiben wir bei den digitalen Medien. betterplace.org hat heute schon Facebook und Twitter integriert – so kann man sich mit Facebook einloggen und seine gute Tat auch gleich über den Twitter-Kanal jagen. Diese Schnittstellen werden an Bedeutung für die Kommunikation mit unseren Mitgliedern weiter zunehmen.
Wir bedanken uns für das Interview bei Anica Samleit und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg!
Bildquelle: betterplace.org
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Wie managen Sie eigentlich Ihre Präsenzen auf Twitter, Facebook, Google+ & Co? Auf den jeweiligen Plattformen selbst? Das kann mühselig werden, wenn Sie Ihre Accounts in größeren Teams pflegen, kontinuierlich Erfolgskontrolle durchführen und Postings zeitversetzt abschicken möchten. Ja, es gibt sogenannte Social Media Dashboards wie Tweetdeck oder Bottlenose. Doch wenn Sie Twitter und Facebook z.B. für den Kundenservice möchten, sollten Sie auf professionelle Lösungen wie z.B. SocialEngage setzen.
Doch was steckt hinter diesem Social Media Dashboard: was kann es, was bietet es und welche Einsatzszenarios lassen sich mit SocialEngage abdecken? Um diesen Fragen für Sie auf den Grund zu gehen, sprachen wir mit Christoph Cuquemel, Senior Solutions Consultant bei ExactTarget.
Was ist “SocialEngage”?
SocialEngage ist eine umfassende Web-basierte Social-Media-Engagement, Management-und Reporting-Lösung, die Unternehmen hilft, auf Twitter und Facebook in einen direkten Dialog mit den Kunden zu treten und Gespräche über ihre Marke zu erfassen, tracken und analysieren.
Vor allem dem Kundenservice eines Unternehmens hilft Social Engage, indem es die Gespräche Real-time erfasst und in einem zentralen Dashboard darstellt. Zusätzlich kann das Tool helfen, Ihre Marketing-Kampagnen erfolgreich zu gestalten oder die PR – und Öffentlichkeitsarbeit transparenter und messbarer zu gestalten.
Was zeichnet diesen Dienst im Gegensatz zu anderen Social Media Dashboards wie bspw. “Hootsuite” oder “Tweetdeck” aus?
SocialEngage integriert direkt mit ExactTarget’s Interactive Marketing Hub. D.h. Unternehmen können dadurch das Silo Social Media aufbrechen und Tweets oder Facebook Posts direkt in kanalübergreifende Kampagnen einbinden. Das Tool erhält dadurch einen ausgeprägteren Social CRM und Analytics Charakter. Überdies ermöglicht SocialEngage es seinen User sogenannte Workgroups zu erstellen. Dies ist gerade für Unternehmen und Agenturen die mehrere Facebookfanpages und oder Twitterkanäle verwalten praktisch. Auch Rechte für unterschiedliche User lassen sich vergebenen. Das Reporting ist umfassend und granular und sowohl Marketing – als auch Engagement orientiert.
Für wen ist SocialEngage besonders geeignet?
Unternehmen bei denen mehrere Personen und mehrere Abteilungen in das Dialogmarketing im Social Media involviert sind und deren Organisationsstruktur ein professionelles Tool benötigt und Agenturen, die SocialEngage nutzen, um für Unternehmen entsprechende Dienstleistungen zu liefern.
Welche Anwendungsgebiete kommen für Unternehmen infrage?
Aufgrund der Integration in den Interactive Marketing Hub, sind die Anwendungsgebiete zahlreich. Angefangen mit Kundenservice bis hin zu PR Tätigkeiten und kanalübergreifenden Marketingkampagnen.
Das beste kommt zum Schluss: Mit welchen Kosten muss ein Unternehmen rechnen, dass sich für Ihre Lösung entscheidet?
SocialEngage wird in sogenannten Flex-Paketen angeboten. Flex 5 bedeutet, dass der Kunde z.B. 3 User für eine Facebookpage und einen Twitterkanal einrichten kann. Oder 4 User und eine Facebook Seite. Größere Unternehmen würden sich für einen Flex 15 oder Flex 30 Tarif entscheiden. Kunden zahlen monatlich Ihre Gebühr für die Nutzung des Systems.
Blick in die Kristallkugel: Inwieweit wird sich der Kundenservice durch Social Media Kommunikation in den nächsten Jahren verändern? Haben Sie hier schon ein bestimmtes Lieblingsszenario im Kopf?
Ich denke, dass immer mehr Unternehmen die Chance bzw. die Herausforderung Social Media in Hinsicht auf Ihren Kundenservice annehmen werden. Obwohl die notwenige Transparenz und Konsistenz anfänglich sicherlich schwer fällt – schließlich handelt sich zum ersten mal um ein Dialogmarketing auf Augenhöhe – sind vor allem die Kosteneinsparungen sicherlich verlockend. Ein Call Center zu betreiben kommt mit deutlich höheren Fixkosten und die Möglichkeit die Social Media Kanäle auch in Marketing – und PR-Tätigkeiten einzubinden, hilft gleichzeitig einen höheren ROI zu garantieren.
Nichtsdestotrotz wird der Telefonkanal bzw. die direkte persönliche Beratung nicht aussterben, gerade für technisch anspruchsvollere Produkte ist die Kommunikation über Social Media Kanäle vielleicht für die Kontaktaufnahme gut, für eine tiefergehende und detaillierte Konversation aber eher nicht.
Wir bedanken und für das Interview bei Christoph Cuquemel und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!
Marketingberater 2.0 ist der Wissensblog der Agentur synergie-effekt.net. Mehr von uns gibt´s auch in unserem synergie-letter mit den Social Media Highlights des Monats.
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Ich soll heute schreiben über Social Media Trends 2012.
Wollen Sie hier den zigsten Artikel über die verbesserten Hangouts von Google+, die neue Facebook-Chronik (auch: Facebook Timeline) oder die kommenden Unternehmensseiten bei Twitter lesen? Oder darüber, wie viel mobiler das Internet in 2012 wird? Oder über Buffer, Hibari oder irgendein Social Media Tool?
Ich bin kein Werkzeugtester. Das können andere besser als ich. Was ganz normale Leute im wahren Leben mit Hangouts und der Facebook-Chronik machen werden, finde ich sowieso spannender. Außerdem warte ich noch immer auf einen großen Knall bei Youtube. Vielleicht in 2012?
Bleibt also nur das Trend-Thema Social Media ROI.
Der berühmte ROI. Mit vollem Namen heißt ROI Return On Investment. ROI ist von Beruf Wirtschaftsprüfer und beantwortet die Frage ‘Wie hat sich diese und jene Investition gelohnt?’
Alle rufen nach ROI, wenn sie Geld bezahlt haben für das schicke Profil oder die Herbst-Kampagne auf Facebook. “ROI – wo bist Du? ROI, wo versteckst Du Dich? Ach ROI, komm’ endlich raus und beweise mir, dass es sich lohnt, das ganze Geld auszugeben für Social Media Gedöns.” Darin liegt übrigens das erste Missverständnis: Investitionen stehen als Vermögen in der Bilanz. Social-Media-Ausgaben sind Kosten. Und die stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Egal, …
Hat eigentlich irgendjemand diesen ROI schon mal gesehen?
Wo treibt ROI sich rum, wenn man ihn braucht? Gibt es ihn vielleicht gar nicht? Mich erinnert ROI an “3 Engel für Charly”. Die Engel reißen sich ihre süßen Hintern auf für Charly. Und? Wer und wo ist Charly? Unterwegs mit ROI?
Glücklicherweise muss ich mich nun doch nicht mit ROI herum plagen. Marcel Gabor widmet dem Social Media ROI auf dem Marketingberater 2.0 eine ganze Serie.
“Über welche Social Media Trends soll ich also schreiben?”
…fragte ich meine bessere Hälfte am 4. Advent. Aus einem gemütlichen Sonntagsfrühstück wurde nach zwei Minuten ein Arbeitsessen (Das nur als Hinweis fürs Finanzamt, das über einen Link zu diesem Artikel die Bewirtungskosten anerkennen soll…).
Meine Frau führt eines der besten chinesischen Restaurants in Deutschland (… meint Lang Lang …) und muss sich deshalb auch langsam mit Social Media Marketing befassen. Es dauerte nur wenige Minuten und sie sagte: “Ich fühle irgendwie, dass es ohne Social Media nicht mehr geht. Aber ich habe keine Ahnung, was es uns bringt. Was trägt Facebook zu unserem Umsatz bei?”
Na, toll. Das ist er wieder. ROI.
… sind Sie noch bei mir…? Fein. Denn jetzt wird’s spannend
Was meine Frau sagte, das höre und lese ich immer wieder von Unternehmern.
1. Ich fühle, dass wir Social Media brauchen.
2. Ich habe keine Ahnung, was genau es uns bringt.
… und jetzt kommt’s …
Wussten Sie eigentlich, dass ROI einen kleinen Bruder hat? ROIs Bruder heißt RON. Sein voller Name lautet Return On eNgagement. Der kleine unscheinbare RON.
RON ist der schüchterne von beiden. Deswegen haben Sie von RON vielleicht noch nie etwas gehört.
Und jetzt sind wir beim Social Media Trend 2012:
Darf ich vorstellen? RON !
Während ROI mehr mit dem Kopf entscheidet, immer einen Grund braucht und stets alles durch seinen Taschenrechner jagt, ist RON ein Gefühlsmensch. Er entscheidet aus dem Bauch heraus. Wie die meisten von uns. RON überlegt nicht ewig. Er will nicht für alles einen plausiblen Grund oder einen Beweis. Gefällt ihm die Uhr, kauft er sie.
RON fühlt, manche Dinge müssen sein. Warum? Er weiß es einfach – keine Ahnung, warum. Muss sich alles immer auf den Cent genau lohnen?
Dass Sie mich nicht falsch verstehen, auch RON achtet auf’s Geld. Er wirft es nicht zum Fenster raus. Aber er ist auch nicht geizig.
Bei Social Media geht es nicht um Investitionen.
Es geht auch nicht um Vertriebs-Kampagnen. Social Media ist weder Vertrieb noch Kampagne. Es geht um Engagement. Um Ihre Beziehungspflege. Um Ihren guten Eindruck beim Kunden. Den machen Sie auf Facebook nicht nur für vier Wochen zur Herbst-Offensive. Oder mit Ihrem Online-Adventskalender.
Beziehungspflege ist eine niemals endende Geschichte. Solange es Ihren Laden gibt, müssen Sie sich engagieren. Es sei den, wir bekommen nochmals das Jahr 1980 und Ihr Laden heißt Bundespost. Dann haben Sie Glück. Ihnen kann alles egal sein, weil jeder zu Ihnen kommen muss.
Aber solange Sie im Jahr 2012 den einen oder anderen Mitbewerber haben, brauchen Sie ein Telefon, einen Internet-Zugang für Ihren Computer, höchst wahrscheinlich einen Steuerberater und … ich kann’s nicht ändern … Social Media – was immer sich auch in den nächsten Jahren hinter diesem schon fast nervigen Begriff verbergen wird. Und Social Media kostet nunmal Geld. Schließlich arbeiten Sie ja auch nicht ohne Bezahlung, oder?
Was springt dabei für mich raus?
Wann haben Sie zuletzt den ROI Ihres Handys und Ihres Telefontarifes ausgerechnet? Oder den Ihres Computers und der DSL-Leitung? Den Ihrer Autoversicherung? Was trägt Ihr Steuerberater zum Umsatz bei? Was Ihre Putzfrau?
Was ist der ROI Ihrer Putzfrau?
Wir reden hier nicht von Investitionen. Und wo keine Investition, da auch kein Return On Investment. Hier geht es um Return On eNgagement. Um den kleinen RON.
Ihre vermeintlichen Investitionen in soziale Medien sind eigentlich Kosten. Ausgaben, um die Sie als Unternehmer nicht herum kommen. Ausgaben, die jeder Geschäftsbetrieb mit sich bringt. Wie die Ausgaben für Ihr Telefon und den Computer. Ob Sie wollen oder nicht.
Ohne Telefon kann Sie niemand erreichen. Schaffen Sie es ab, und Sie sparen Geld. Aha. Ohne Steuerberater müssen Sie sich selbst mit dem Finanzamt rumplagen, anstatt sich um Ihr Produkt oder Ihre Kunden zu kümmern. Ohne Autoversicherung kein Auto. Und ohne Auto keine Fahrt zum Kunden. Ohne Putzfrau ein dreckiges Büro und… ja, ich hör’ ja schon auf.
Ohne Social Media, …
… und das fühlen wir alle, kommen wir bald genauso weit, wie ohne Auto, E-Mail und Telefon. Trotzdem hat niemand in den letzten Jahren die Rentabilität seines Handys oder seines Internetzugangs bis auf zwei Kommastellen genau ausgerechnet. Wie auch? Wie errechnen Sie die Rendite eines Telefonats?
Warum fordern wir einen ROI bei Social Media?
Die Antwort finden wir im Buch “Bauchentscheidungen” von Gerd Gigerenzer. Wir rufen nach ROI, weil wir keine Ahnung haben von Social Media. Je höher die Étage, umso weiter weg vom Kunden, desto lauter der Ruf. “Hey, ROI, wann bekommen wir endlich die Zahlen?”
ROI soll uns beweisen, dass wir alles richtig machen. Läuft’s gut, haben wir “es ja schon immer gewusst”. Geht’s in die Hose, schieben wir es auf ROI. “ROI hat doch gesagt, …”
Gigerenzer untersuchte, wie Menschen Entscheidungen finden. Anfänger und Leute, die über etwas entscheiden müssen, von dem sie keinen blassen Schimmer haben, analysieren oft alles haarklein. Bevor sie eine Entscheidung treffen, sammeln Sie möglichst viele Tatsachen. Wenn vermeintlich alle Informationen und Fakten auf dem Tisch liegen, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen und diese vor sich, dem Chef und ihrer Frau erklären und belegen. So glauben sie. Das ähnelt verdächtig dem Ruf nach ROI. Und hat uns noch nie vor den Auswirkungen schlechter Entscheidungen bewahrt. Nicht nur der Wirtschafts-Teil Ihrer Zeitung ist voll davon.
Leute, die sich damit abfanden, dass sie keine Ahnung hatten, entschieden ohne lange Analysen und Beweisführungen Pi mal Daumen aus dem Bauch heraus. Und lagen damit meistens genau so richtig wie Experten, die sich mit einer Sache auskannten. Das ähnelt RON und der ja nun wirklich dämlichen Entscheidung über Googles mickrige Startseite im Jahr 1998. Und der bescheuerte Name erst. Das konnte ja auch nichts werden… Ups.
Ihr Social Media Trend für 2012 …
… sollte also sein, den guten alten ROI für ein Jahr zu vergessen und sich mit RON und seinem Kumpel, dem gesunden Menschenverstand, anzufreunden.
Sie haben keine Ahnung von Social Media. Allerdings haben Sie das Gefühl, sich engagieren zu müssen. Dann nehmen Sie ein paar Euro in die Hand und engagieren Sie sich. Denn im Internet erreichen Sie Leute, die Sie vorher nicht erreichen konnten. Mit Facebook können Sie prima eine persönliche Beziehung pflegen zu Ihren bestehenden Kunden. Und das so einfach und erschwinglich wie nie zuvor.
Bringen Sie auch Geduld mit. Ihre Bekannten, Freunde und Kollegen haben Sie auch nicht alle auf einmal und innerhalb von zwei Monaten kennen gelernt. Geben Sie RON Zeit, zu wachsen. Und nehmen Sie sich die Zeit, zu lernen und zu verstehen. Es lohnt sich.
“Ja, aber … wo fange ich an mit Social Media?”
Danke, auf die Frage habe ich gewartet. Fragen Sie Kollegen, Mitarbeiter oder Ihre Kinder. Sie finden möglicherweise jemanden unter ihnen, der mehr weiß als Sie.
Vielleicht hat auch ein Geschäftspartner, Kunde oder Zulieferer Lust, mit Ihnen gemeinsam eine Online-Strategie zu entwickeln.
Erste Schritte in Social Media
Nehmen Sie Ihr Adressbuch und schreiben Sie zehn Namen und Telefonnummern auf ein Blatt Papier. Machen Sie es wie RON – überlegen Sie nicht lange. Sie finden automatisch die richtigen Leute. Sie haben das im Gefühl (… ich lass’ das Wort mit “U” heute mal weg …).
Und dann rufen Sie diese Leute an. Es ist sicher jemand dabei, der Sie gerne unterstützt.
Ansonsten suchen Sie eine Agentur für Online-Kommunikation wie zB synergie-effekt.net, die Ihnen bei den ersten Schritten oder dem Ausbau Ihrer Beziehungspflege im Internet hilft. Vermeiden Sie teure Fehler, die andere bereits gemacht haben. Darüber würde sich sogar ROI, Ihr Wirtschaftsprüfer, freuen – denn Sie sparen Geld und kommen schneller in Fahrt.
Also, wen rufen Sie zuerst an, von dem Sie glauben, dass er Sie bei Ihrer Online-Strategie unterstützen kann?
Wenn Ihnen der Artikel gefällt, twittern Sie ihn weiter an Freunde und Kollegen.
Ihr Hans Steup aus Berlin
Auch wir brauchen mal ein Sendepause und sind deshalb im Januar wieder frisch und munter für Sie da. Das Autorenteam vom marketingberater 2.0 wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein sicheren Rutsch ins Neue Jahr!
Bildquelle: © R.B. / pixelio.de
Marketingberater 2.0 ist der Wissensblog der Agentur synergie-effekt.net. Mehr von uns gibt´s auch in unserem synergie-letter mit den Social Media Highlights des Monats.
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Wie Sie alle bestimmt aus eigener Erfahrung kennen, ist eine durchgängiges Zeitmanagement bei den meisten Tätigkeiten unerlässlich für beruflichen als auch privaten Erfolg. Wie groß ist der Reiz der Ablenkung, die im Handumdrehen zum Abdriften auf Nebenkriegsschauplätze führt. Besonders im Social Media Management ist es wichtig einem gewissen “Storybook” zu folgen und sich einen grundlegenden Handlungsrahmen zu stecken, damit die durchgeführten Social Media Aktivitäten nicht im Sande verlaufen. Denn das Netz ist groß, dynamisch und geteilte Inhalten unterliegen dem Gesetz der kurzen Halbwertszeit. In einem kompakten Whitepaper habe ich die Planungschritte, Werkzeuge und persönliche Empfehlungen aus unserem Agenturgeschäft für Sie niedergeschrieben, die Ihnen als roter Faden durch Ihr tägliches Social Media Management dienen soll.
Wir freuen uns, Ihre Fragen und Erfahrungen mit Ihnen in den Kommentaren zu teilen und wünschen einen erfolgreichen Wochenstart!
Marketingberater 2.0 ist der Wissensblog der Agentur synergie-effekt.net. Mehr von uns gibt´s auch in unserem synergie-letter mit den Social Media Highlights des Monats.
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